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Geschichte des Stadtwappens

Die Entwicklung des Abenberger Stadtwappens

Das älteste bekannte Stadtsiegel von Abenberg hängt an einer Urkunde aus dem Jahre 1466, aufbewahrt im Hauptstaatsarchiv München (siehe Abbildung 1 in Dokument).

Es zeigt im gespaltenen Wappenschild auf der heraldisch rechten Seite einen aufsteigenden, nach auswärts gekehrten Löwen und links einen nach auswärts gekehrten Bischofsstab.

Auch einer Urkunde vom 03.Oktober 1617 (ebenfalls München) ist ein Wachssiegel angefügt, das innerhalb der Umschrift “Sigilum Civitatis Abenberg“ die beiden Schildfiguren (Löwe und Bischofsstab) zeigt (siehe Abbildung 2 in Dokument).

Im Jahre 1649 - also nach dem 1648 beendeten Dreißigjährigen Krieg während dem das Rathaus und damit wohl auch das Stadtsiegel verbrannte, ließ Abenberg einen neuen Siegelstock anfertigen, bei dem aus unbekannten Gründen an der Stelle des Löwen ein Greif tritt und der Bischofsstab nun nach einwärts gekehrt wird.

Eine Abbildung dieses Stadtsiegels wird 1811 in Lipowskys “Matrikel der Städte- und Märktewappen Bayerns“ wie folgt beschrieben:

“Ein horizontal (müsste richtig heißen vertikal!) getheilter Schild, worin im ersten Felde eine geflügelte weise Harpie (müsste für das damalige Wappen richtig heißen: Greif!), im zweiten rothen Felde aber ein halber silberner Bischofsstab sich befinden.“

In dieser Form verblieb aber die Abenberger Wappendarstellung nicht, es traten im Lauf der Zeit Veränderungen ein.

Man scheint auch (offensichtlich von übergeordneten Stellen) die Berechtigung zur Führung eines Stadtwappens angezweifelt haben. Denn unter dem 22. März 1819 berichtet der Stadtmagistrat betreffs Stadtwappen, “dass den 100-jährigen Gebrauch schon die auf dem Siegel befindliche Jahreszahl 1649 hinreichend beweiset.“ (siehe Abbildung 3 in Dokument)

Diesem Bericht folgte ein Erlass des Ministers bzw. der Kreisregierung (Rezatkreis) vom 07. August 1819 mit der Genehmigung eines Wappens. Dieses Wappen war jedoch wieder anders gestaltet:
Im gespaltenen Schilde vorn in Silber einen nach rechts aufsteigenden schwarzen Löwen und hinten ein blau-weiß geteiltes Feld (oben blau, unten weiß).

Aber 16 Jahre später bringt ein Bericht des Landgerichtes Pleinfeld vom 04. September 1835, die Wappen der Gemeinden betreffend, ein wiederum verändertes Wappen. Dieses wird sogar als das ursprüngliche bezeichnet. Es zeigt:
Im vorderen blauen Schildteil einen einwärts gekehrten Bischofsstab in Silber und hinten in Rot einen nach rechts aufsteigenden Löwen in Gold.

So wird auch im Jahre 1856 von Hefner bei der Neuherausgabe des “Siebmacherschen Wappenwerkes“ das Abenberger Wappen wie folgt beschrieben: 
“...Wappenschild gespalten in Rot und Blau, vorne ein silberner Bischofsstab, hinten ein goldener Löwe.“

Das nach dem oben erwähnten Landgerichtsbericht gestochene Stadtsiegel wurde bis zum Jahre 1925 geführt. (siehe Abbildung 4 und 5 in Dokument)

Durch heimatgeschichtliche Forschungen von Oberlehrer Eduard Dechant (Lehrer in Abenberg von 1896 bis 1936) wurde in München das bislang älteste Siegel an der Urkunde aus dem Jahre 1466 entdeckt. Daraufhin wurde vom Stadtrat Abenberg beantragt, dieses Siegel wieder führen zu dürfen.

Mit Entschluss des Bayrischen Staatsministeriums des Innern vom 06. Oktober 1925 wurde dazu die Genehmigung erteilt. der damalige “Altmeister“ der Wappenmalerei, Professor Otto Hupp, in Schleißheim lieferte den Entwurf für den neuen Siegeldruckstock.


Das älteste Stadtsiegel stammt nach den Forschungen Dechants aus dem Jahre 1466.
Im gespaltenen Wappenschild zeigt es auf der (heraldisch) rechten Seite einen aufsteigenden Löwen und links einen nach auswärts gekehrten Bischofstab. Im Laufe der Jahrhunderte traten in dieser Wappendarstellung einige Verschiedenheiten auf. Dank der Bemühungen Dechants wurde das seit 1835 gebräuchliche Amtssiegel eingezogen und der Stadtrat von Abenberg beschloss am 11. Juli 1925, das Wappen nach dem Gutachten des Bayerischen Staatsarchivs vom 09. Mai 1925 zu führen:

„Im gespaltenen Schild vorne ein rechts aufsteigender, gekrönter, schwarzer Löwe in Gold, hinten ein nach auswärts gekehrter silberner Bischofsstab in Rot.“